"Der Waldmacher" Tony Rinaudo erhält den Alternativer Nobelpreis

Ein weiterer Preisträger des diesjährigen Alternativen Nobelpreises pflanzt ebenfalls Wälder in der Afrikanischen Wüste - Tony Rinaudo.
Um der Wüstenbildung entgegen zu wirken, hat er unter anderem eine Methode entwickelt, um aus den im Wüstensand verborgenen Wurzelsystemen wieder neue Bäume sprießen zu lassen. Die Bäume schützen vor Erosion, Hitze und Sturm und liefern den Bauern Früchte und Holz und bekämpfen so auch Hunger und Verzweiflung.

Ein sehr informativer Artikel des SWR beleutet seine Arbeit.

Yacouba Sawadogos Agroforstsystem erhält den Alternativen Nobelpreis

Der afrikanische Bauer Yacouba Sawadogo ist ein Pionier neuer landwirtschaftlicher Anbaumethoden, die auf die Integration von Bäumen setzen. Er pflanzt Bäume, um im Niger und in Burkina Faso der Wüste Einhalt zu gebieten. Dafür erhält er nun den Alternativen Nobelpreis.

Durch Übernutzung und Trockenheit sind die Böden in der Sahelzone oft felsenhart und unfruchtbar. Yacouba Sawadogo entwickelte deshalb eine vergessene Anbautradition weiter. Dabei wird Hirse in kleinen Erdgruben, die sie mit halbmondförmigen Erdwällen schützen, gesät. In der Vergangenheit wehte der Wind die Saat oft weg. Sawadogo vergrößerte deswegen die Halbmonde, gab zusätzlich Kuhfladen oder Kompost hinein und bedeckte die Gruben mit etwas Erde. Das organische Material lockt jetzt Termiten an. Diese lockern den Boden, sodass er besser Wasser speichern kann, die Pflanzen gelangen somit leichter zu den Nährstoffen. Der Ernteertrag kann dadurch teilweise um ein Vielfaches gesteigert werden.
Obwohl junge im Boden keimende Bäume mit der Hirse konkurrieren, lässt Sawadogo sie wachsen. Die Bäume spenden Schatten und halten den Wind ab. Die herabgefallenen Blätter bedecken den Boden, so dass er besser vor Austrocknung geschützt ist. Zusätzlich liefern die Bäume Holz zum Kochen oder Bauen.

Mitlerweile hat sich Sawagos Methode verbreitet. Im Sahel wachsen wieder grüne Haine mit diversen Nutzpflanzen. Auch auf den Grundwasserspiegel haben sich dieses Anbausystem positiv ausgewirkt.

Die Bodenfruchtbarkeit fördern durch die Zucht von Seidenraupen

8000 Jahre lang galt fast überall auf der Welt die Fruchtbarkeit der Böden als Gabe der Götter. In China aber war es die Pflicht der Bauern, Fürsten und Beamten, die Bodenfruchtbarkeit zu schützen und zu fördern. Nur so gelang es, im am dichtesten besiedelten Land über tausende Generationen für Lebensmittelsicherheit zu sorgen. Eine zentrale Rolle spielte damals die Kultivierung von Maulbeerbäumen und die Zucht von Seidenraupen. Neben eleganter Seide entstand proteinreiche Nahrung, Tierfutter und nicht zuletzt humusaufbauender Kompost. Auch heute könnten Maulbeerbäume, Raupenkompost und Naturseide kaputte Böden wieder fruchtbar und Bauern zu wohlhabenden Klimafarmern machen.

Der vollständige Artikel ist auf den Seiten von Ithaka – Journal für Terroir, Biodiversität und Klimafarming zu finden.

Peace of Land veranstaltet ein Baumwochenende

Wir brauchen mehr Bäume! In Gärten, Wäldern und in der Landwirtschaft, in sogenannten Agroforstsystemen. Bäume strukturieren Räume und Landschaften, bauen in Gemeinschaft mit vielen anderen Lebewesen Böden auf, entziehen der Atmosphäre Kohlenstoff, beherbergen, ernähren und förden die Artenvielfalt, regulieren Mikroklimata, restaurieren Wasserkreisläufe.
Deshalb gibt es in Peace of Land vom 23. bis 25. November ein ganzes Baumwochenende mit Annegret Brall von baumkultur.

Am Freitag, den 23. November laden wir Euch von 18 bis 20 Uhr herzlich ein zum Vortrag "Bäume und ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten". Neben den klassischen Nutzungsarten von Bäumen wie Obst-, Bauholz-, Brennstoff- oder die Papierproduktion, gab es in der Vergangenheit zahlreiche weitere Nebennutzungen, wie die Produktion von Viehfutter oder die Gewinnung von Gerbstoffen. Gegenwärtig entstehen weitere, zum Beispiel die Textilfaserproduktion. Annegret Brall von baumkultur nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise durch die erstaunlich vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, die uns Bäume bieten. Der Eintritt ist frei, wir freuen uns über die wertschätzende Anerkennung von Annegrets und unserer Arbeit in Form einer großzügigen Spende.

Am Samstag, den 24. November ist von 10 Uhr bis 17 Uhr großer Baumtag mit Annegret Brall. Mit "Baumkultur in Theorie & Praxis - Bäume nutzen, vermehren & pflegen" erwartet Euch eine Entdeckungsreise durch die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, die uns Bäume bieten:

  • Traditionelle und moderne Agroforst- und silvopastorale Systeme - essbare Blätter, Blüten, Honig, Früchte wie Esskastanien, Eicheln, (und noch ungewöhnlicher!) Futterproduktion.

  • Bäume schulen: Strategien, um Bäume zu produzieren und zu vermehren, mit Kistenbeet, Töpfen, Säcken, Root-Trainern u.a. Hilfsmitteln.

  • Saatgut, Stratifizierung, vegetative Vermehrung, Veredelung.
    Richtig pflanzen und Bodenaufbau. Wie können wir Bäume darin unterstützen, den von ihnen bevorzugten pilzlastigen Boden zu bilden?

  • Schnitt von Bäumen und Sträuchern in Theorie und Praxis (letzteres am Beispiel der noch jungen Gehölze des Gemeinschaftsgartens).
    Wir freuen uns über eine Spende zwischen 40 und 60 € (nach Selbsteinschätzung) und bitten um verbindliche Anmeldung unter: peaceofland@permakultur.de.

Am Sonntag, den 25. November folgt dann von 10 Uhr bis 17 Uhr der Praxisworkshop mit dem umfassenden Schnitt unserer Gehölze und mit Neupflanzungen / Umpflanzungen von Obstbäumen & Beerensträuchern. Damit wir einen Überlick bekommen, für wieviel Menschen die Suppe reichen soll, meldet Euch auch dafür gerne an unter peaceofland@permakultur.de.-

Agroforstkurs – Bäume in der Landwirtschaft

In Zusammenarbeit mit der Agroforstkampagne bietet die Obstbaumschnittschule vom 09.11.-11.11.2018 den Weiterbildungskurs “Agroforstkurs – Bäume in der Landwirtschaft” an.

Inhalt: Agroforstwirtschaft: Kennenlernen der möglichen Nutzung von Gehölzen in der Landwirtschaft
Dauer: 3 Tage, ca. 25 Std.
Level: Einführungskurs
Ausbilder: Agroforstberater Burkhard Kayser, Dipl.-Ing. agr. Michael Grolm
Ort: Görbitzhausen/Thüringen

Bäume und Sträucher können in der heutige Landwirtschaft neben dem ökologischen Nutzen auch einen ökonomisch wichtigen Platz einnehmen. Anbauformen wie die Agroforstwirtschaft mit Wertholzbäumen modernisiert traditionelle mitteleuropäische Mischkulturen wie Streuobstanbau oder Heckenwirtschaft und zeigt neue Perspektiven für die nachhaltige Landnutzung auf. In dem Agroforstkurs werden anhand von bestehenden Agroforstsystemen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gestaltung aufgezeigt. Auf einer Ackerfläche werden wir unter realistischen Bedingungen für einen Bauern ein solches System planen.
Der Kurs vermittelt sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Übungen am Baum (Selektiertes Aufasten von Bäumen zur Wertholzerzeugung).

Ziel dieses Kurses ist die Vermittlung von Grundwissen über Agroforstsysteme – die bewusste Nutzung von Gehölzen in der Landwirtschaft.

Kursbeginn ist am 1. Tag um 14:00 Uhr und Ende am 3. Tag um 16 Uhr.

Weitere Info auf www.obstbaumschnittschule.de

Einladung zum 4. Weltkongress für Agroforstwirtschaft in Montpellier 20.-22.05.2019

Vom 20. bis 22.05.2019 findet der 4. Weltkongress für Agroforstwirtschaft in Montpellier statt.

Die diesjährigen Themen sind:

  • Agroforstwirtschaft und Klimawandel

  • Praktische Umsetzung von Agroforstwirtschaft

  • Strategien

  • Besondere Aufmerksamkeit wird gefährdeten Ländern und Bevölkerungen gelten

Es sind nur noch wenige Tege Zeit, um ein Abstract für den Kongress einzureichen (Deadline: Mittwoch, 31. Oktober).

Die Offizielle Webseite des Kongresses

Die Teilnehmer der EURAF-Konferenz geben eine gemeinsame Stellungnahme zur Förderung der Agroforstwirtschaft ab

Vom 28. bis 30. Mai 2018 fand die 4. Europäischen Agroforsttagung in Nijmegen (Niederlande) statt. Die knapp 250 Teilnehmer einigten sich auf eine gemeinsame Stellungnahme, in der sowohl gemeinsame Standpunkte zu Agroforstwirtschaft als auch – aufgrund der anstehende GAP-Reform – Forderungen zur Förderung dieser Form der Landnutzung auf europäischer Ebene formuliert wurden.

Die Stellungnahme der EURAF-Konferenz 2018 (PDF)
Englische Version (
PDF)

Ist ein bequemes Einkommen auf 4 ha mit Esskastanien möglich?

Tom Wahl erzählt den Leuten schon seit Jahren, dass ein einigermaßen fitter Erwachsener in der Lage sein sollte, Esskastanien auf einer Fläche von 4 ha allein zu bewirtschaften (die Arbeitskraft ist hier der limitierende Faktor für die Ernte).
Er geht davon aus, dass 16 Familien von einem 65 ha Agroforstsystem leben könnten. Diese Zahl ergibt sich aus seiner persönlichen Erfahrung im Anbau und der Vermarktung von Esskastanien sowie den Ertragsdaten des University of Missouri Center for Agroforestry und der Kansas State University. Weiterführende Details finden sich auf der Webseite.

Danke an die Förderer der Pflanzaktion auf dem Karolinenhof

Ein herzlicher Dank geht an die Biologische Abfallverwertung GmbH Templin, die uns eine große Menge Kompost gespendet hat und den Pferdehof Pappelwerder, die uns mit 25 Tonnen Pferdemist unterstützt haben.