Yacouba Sawadogos Agroforstsystem erhält den Alternativen Nobelpreis

Der afrikanische Bauer Yacouba Sawadogo ist ein Pionier neuer landwirtschaftlicher Anbaumethoden, die auf die Integration von Bäumen setzen. Er pflanzt Bäume, um im Niger und in Burkina Faso der Wüste Einhalt zu gebieten. Dafür erhält er nun den Alternativen Nobelpreis.

Durch Übernutzung und Trockenheit sind die Böden in der Sahelzone oft felsenhart und unfruchtbar. Yacouba Sawadogo entwickelte deshalb eine vergessene Anbautradition weiter. Dabei wird Hirse in kleinen Erdgruben, die sie mit halbmondförmigen Erdwällen schützen, gesät. In der Vergangenheit wehte der Wind die Saat oft weg. Sawadogo vergrößerte deswegen die Halbmonde, gab zusätzlich Kuhfladen oder Kompost hinein und bedeckte die Gruben mit etwas Erde. Das organische Material lockt jetzt Termiten an. Diese lockern den Boden, sodass er besser Wasser speichern kann, die Pflanzen gelangen somit leichter zu den Nährstoffen. Der Ernteertrag kann dadurch teilweise um ein Vielfaches gesteigert werden.
Obwohl junge im Boden keimende Bäume mit der Hirse konkurrieren, lässt Sawadogo sie wachsen. Die Bäume spenden Schatten und halten den Wind ab. Die herabgefallenen Blätter bedecken den Boden, so dass er besser vor Austrocknung geschützt ist. Zusätzlich liefern die Bäume Holz zum Kochen oder Bauen.

Mitlerweile hat sich Sawagos Methode verbreitet. Im Sahel wachsen wieder grüne Haine mit diversen Nutzpflanzen. Auch auf den Grundwasserspiegel haben sich dieses Anbausystem positiv ausgewirkt.